Fachbereich Mathematik und Informatik

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Ankündigung einer Diplomarbeit


Titel Komponentenbasiertes Sequenzalignment mit optimierter Kommunikation für Computational Grids
Motivation Grid Computing ist ein Schlüsselbegriff der modernen verteilten Datenverarbeitung. Das Internet ermöglicht globalen, standort- und geräteunabhängigen Zugriff auf weltweit verteilte Informationsresourcen. Computational Grids sollen das gleiche für verteilte Rechenresourcen leisten: Jeder Anschluss an das Internet soll dem Nutzer Zugriff auf zahlreiche weitere angeschlossene Computer ermöglichen und somit vergleichbare oder möglichst noch mehr Rechenleistung bereitstellen, als das mit herkömmlichen, lokalen (und meist sehr teuren) Parallelrechnern möglich ist.
Als Programmiermodelle für Computational Grids etablieren sich derzeit unterschiedliche Komponentenarchitekturen. Ziel solcher Architekturen ist es, die Entwicklung von Anwendungen zu erleichtern. Technische Details werden in wiederverwendbare Komponenten gekapselt, die vom Programmierer angepasst und zu neuen Anwendungen kombiniert werden können. An der Arbeitsgruppe PVS wird derzeit eine Komponentenarchitektur für die Programmierung von Grid Anwendungen mittels Web Services entwickelt. Programmierer, die auf dieser Architektur aufbauen, können bei der Entwicklung die Anwendungslogik fokussieren, während die technisch aufwendige Integration mit den darunter liegenden Basisdiensten (sog. Grid Middleware) bereits von vorgefertigten Web Services übernommen wird.
Der Abgleich (Alignment) großer Bioproteinsequenzen ist eine Problemstellung bei man sich Komponenten zunutze machen kann. Eine Grid-taugliche Implementierung muß dabei die Eingabedaten möglichst geschickt auf alle verwendeten Rechner verteilen.
Inhalt Die Aufgabenstellung für diese Diplomarbeit besteht darin, den Nutzen der am Lehrstuhl konzipierten Architektur anhand einer Sequenzalignment Implementierung zu belegen. Im Detail sind folgende Schritte zu bewältigen:
  • Einarbeitung in das Konzept der sog. Higher Order Component-Service Architecture (HOC-SA)
  • Implementierung des neuen Komponententyps Alignment-HOC, wobei die Anforderungen an dessen Funktionalität bereits vorab spezifiziert sind: Neben des standardisierten Sequenzabgleichs, soll die Komponente, mittels benutzerspezifizierter Anpassungen (Traceback etc.), auch auf verwandte Probleme (Musterdetektion, Strukturvorhersage, ...) der Bioinformatik anwendbar sein.
  • Die Struktur der neuen Komponente wird sich an parallelen Systemen, die ohne vergleichbare Komponenten arbeiten orientieren. Prozeduren, die üblicherweise in lokal begrenzten Architekturen (SMP-Server, Cluster etc.) zur Kommunikation verwendet werden (Broadcast, Scatter, ...) müssen für das Grid portiert und den dortigen Anforderungen entsprechend optimiert werden.
  • Durch einen Vergleich mit gängigen Frameworks für Grid Computing (z.B. ProActive) soll ermittelt werden, wie sich der Komponentenansatz auf die Performanz der Implementierung des Alignment-HOC auswirkt.
Voraussetzung Diese anspruchsvolle Diplomarbeit erfordert die sichere Beherrschung der Programmiersprache Java, sowie Kenntnisse über Datenrepräsentation in XML.
Kenntnisse zu fortgeschrittenen Technologien für verteilte Systeme, die in Forschung und Industrie derzeit gleichermaßen gefragt sind (z.B. Web Services und Grid Middleware), werden nicht vorausgesetzt, sondern können im Rahmen der Diplomarbeit erarbeitet werden.
Betreuer Prof. Sergei Gorlatch, Dipl.-Inf. Jan Dünnweber
Status Diese Diplomarbeit wurde von Philipp Lüdeking im Sommersemester 2006 erfolgreich bearbeitet und ist inzwischen abgeschlossen. Die Dokumentation kann hier eingesehen werden.
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